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Bunter Abend – Ävver höösch (Freitag) KG Änze Kääls und Große Karnevalsgesellschaft feierten ihr 100-jähriges Jubiläum
Worringen „Dieses Lied trifft den ‚Nagel auf den Kopf. Kein anderes Lied hätte diesen großartigen Abend besser beschreiben können, als „En unserem Veedel“! Als Conférencier Holger Miebach, der zusammen mit Jürgen Winters durch das
Programm führte, diese Worte fand, beendeten Erry Stoklosa und Micky Brühl genau mit diesem Lied ihren viel umjubelten Auftritt auf dem Jubiläumsabend im Worringer Vereinshaus, zu dem die KG Änze Kääls schwaz-wieß von 1926 und die Große Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen von 1926 eingeladen hatten. Und viele Worringerinnen und Worringer folgten diesem Aufruf.
Unter dem Motto „Loss mer fiere – ävver jet höösch“ stellten die beiden Jubiläumsgesellschaften ein buntes Programm auf die Beine, für das Hans Dieter Annas und Vicky Müsch verantwortlich zeichneten, und es ließ keine Wünsche offen. Das Eis brachen die Tanzkorps der beiden Karnevalsgesellschaften. Die Burgwache der KG Änze Kääls
und das Funkenkorps sowie die Majorettengarde von der Großen Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen hatten gemeinsam einen Tanz einstudiert, den es wohl so noch nie in Worringen gegeben hat. Jürgen Winters betonte, dass ein gemeinsamer Tanz zweier Tanzgruppen noch vor 30 Jahren unmöglich erschien, geschweige denn, dass zwei Worringer Karnevalsgesellschaften ihr Jubiläum zusammen feierten. „Die Altvorderen unserer Gesellschaften würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen würden, wie gemeinsam gefeiert wird. Holger und mich hätte man geteert und gefedert durch das Dorf gejagt!“. So ändern sich die Zeiten. Und genau dies, so Jürgen Winters, sei der Weg, den der Worringer Fastelovend gehen muss, um zukunftsfähig zu sein.
Anschließend eroberte Thomas Cüpper als „Et Klimpermännche“ die Herzen der Besucherinnen und Besucher. Mit seinen Reden und den Interpretationen von Ostermann-Liedern traf er genau den Geschmack des Publikums. Mit „Willi & Ernst“ trat dann ein Rednerduo auf die Bühne,
das die Lachmuskeln des Publikums arg strapazierte. Hinter diesen Namen verbergen sich die beiden gebürtigen Koblenzer Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum, die mit rheinischem Humor, Improvisationstalent und einer riesigen Portion Charme ein Gag-Feuerwerk nach dem anderen ablieferten. Jürgen Winters jedenfalls machte sich Sorgen um den ein oder anderen Gast dieses Abends, weil Lachanfälle zu Schnappatmung und Bluthochdruck führten. Anschließend sorgten die „Rabaue“ um Frontmann Alex Barth mit ihren eigenen Hits und gecoverten Songs für Partystimmung im Vereinshaus.
Mit Ken Reise alias „Julie Voyage“ trat dann ein Künstler auf, den so mancher männlicher Besucher unter den Gästen von diversen Herrensitzungen kennt. Mit seiner (im Vergleich zur Herrensitzung „gedrosselten“) Travestie-Nummer und getreu dem Motto „Lieber widderlich als widder nich“ gab er all das zum Besten, was das Leben uns so gibt. Und nebenbei kann er – oder sie – auch wunderbar singen.
Erry Stoklosa & Micky Brühl zu Gast Für den würdigen Abschluss dieses Abends sorgten dann – wie anfangs erwähnt – die beiden Kölner „Musik-Ikonen“ Erry Stoklosa und Micky Brühl. Unter dem Motto „Loß mer zesamme jet singe“ sangen sie zahlreiche Hits von den Bläck Fööss und den Paveiern, deren Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde. Als Zugabe gab es dann noch ein zwanzigminütiges Medley von den beiden. Man sah den beiden an, wieviel Spaß sie auf dem Jubiläumsabend hatten. Für Micky Brühl ist dies übrigens ein kleines Heimspiel, ist er doch mit einer gebürtigen Worringerin verheiratet.
Und so endete ein viel umjubelter Abend, der wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.
WorringenPur.de/21.10.2026 Bericht & Fotos: Peter Schmidt Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski
Dem Jubiläum die Krone aufgesetzt! (Samstag) Wurringe Alaaf –„Ävver jet lauter“ - 2. Jubiläumsabend der KG Änze Kääls und der Großen KG
Unter dem Motto „Ävver jet lauter“ feierten die beiden im Jahr 1926 gegründeten Vereine Änze Kääls und die Große KG an einem Samstag im Oktober den zweiten Jubiläumsabend, der seinem Anspruch mehr als gerecht wurde: Er bildete den Höhepunkt eines Jahres, in dem beide Vereine mit viel Herzblut, gegenseitiger Unterstützung und Geschlossenheit gezeigt haben, wie lebendig das Vereinsleben in Worringen sein kann. Schon im Laufe des gesamten Jubiläumsjahres war die großartige Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften spürbar. Zahlreiche
Veranstaltungen, Begegnungen und gemeinsame Aktionen führten auf dieses besondere Wochenende hin – und am Samstagabend wurde schließlich im Vereinshaus gefeiert, wie es sich für Worringen gehört. Auch wenn die Session noch fern war, ließ das karnevalserprobte Publikum keinen Zweifel daran, welcher Ruf an diesem Abend durch den Saal dröhnen musste: Per Akklamation sprach man sich eindeutig für „Wurringe Alaaf!“ aus.
Für die launige Zwischenmoderation zeichneten Holger Miebach und Jürgen Winters verantwortlich. Mit Witz, Erfahrung und dem richtigen Gespür für Saal und Stimmung erreichten sie das Publikum auch zu später Stunde noch mühelos – obwohl die Atmosphäre sprichwörtlich von Minute eins an am Kochen war.
Tänzerischer Auftakt Den tänzerischen Auftakt gestalteten die Burgwache, die Majorettengarde und die Funken, die in monatelanger Arbeit einen gemeinsamen Tanz
einstudiert hatten. Schon der Einzug der drei Tanzkorps geriet zu einem eigenen Erlebnis: Reihe um Reihe, Uniform um Uniform und Lächeln um Lächeln füllte den Saal, bis der Zug schließlich die Bühne erreichte und sich dort ein eindrucksvolles Gesamtbild formierte. Voller Vorfreude nahm die große Gruppe schließlich die gesamte Bühne ein. Es folgten präzise Choreografien, schwungvolle Schritte, gekonnte Würfe und harmonische Bilder, die erahnen ließen, wieviel Disziplin, Trainingsfleiß und Begeisterung in dieser Darbietung steckten. Der verdiente Applaus galt den Tänzerinnen und Tänzern ebenso wie dem verantwortlichen Trainerteam, das diese herausragende Leistung mit viel Geduld, Können und Herzblut möglich gemacht hatte.
Den musikalischen Auftakt machte Tante Käthe, der Auftritt im Vereinshaus war ein echtes Heimspiel, kommt die Truppe doch aus unserem lieben Nachbardoppeldorf Roggendorf/ Thenhoven. Furios spielten sie auf und begeisterten mit gecoverten wie eigenen Songs. Danach war Frauenpower
angesagt: Kempes Feinest brachten den ganzen Saal zum Singen und Tanzen – ob Frau oder Mann, ob tänzerisch erprobt oder eher nach dem Motto „Wenn du nit danze kanns“. Spätestens hier war klar: An diesem Abend sollte ausgelassen gefeiert werden. Mit Stadtrand folgte eine Band, deren Name kaum besser zu Worringen passen könnte: am Stadtrand gelegen, aber an diesem Abend feierwütig wie im Zentrum des Karnevals. Das Publikum sang etwa in ihrem Song wie „Papajei“ lauthals mit und ließ sich von der Energie der Band mitreißen. Auch die Südkehlchen, ein lebhafter Männerchor mit bekannten Hits im Gepäck, hoben die Gäste musikalisch auf den „Wolkeplatz“ – oder besser gesagt: auf karnevalistische Höhen, von denen an diesem Abend niemand so recht wieder herunter wollte.
Paveier zu Gast Das absolute Highlight des Abends waren schließlich die schon fast legendären Paveier. Mit teils mehr als vier Jahrzehnten Bühnenerfahrung
lieferten sie ein furioses Programm ab: Die Änze und die Große hatten „de Musik bestellt“ – und die Paveier hatten geliefert. Mit Klassikern, neuen Titeln und Megahits, die im Karneval jedes Kind kennt und noch lange singen wird, setzten sie diesem Jubiläumsabend die Krone auf. So wurde dieser Abend nicht nur „jet lauter“, sondern auch zu einem Beweis für gelebten Fastelovend, der zeigte, was möglich ist, wenn Vereine gemeinsam an einem Strang ziehen. Wenn diese Zusammenarbeit ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre ist, darf man sich in Worringen getrost auf die nächsten 100 Jahre Vereinsleben, Freundschaft und „Wurringe Alaaf“ freuen.
WorringenPur.de/21.10.2026 Bericht & Fotos: Lukas Rösgen Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski
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