Pflegemaßnahmen in der Worringer Rheinaue

Im Zuge des Ausbaus des Godorfer Hafens 2008 praktizierte die HGK (Häfen und Güterverkehr Köln AG) die Revitalisierung der Worringer

Rheinaue als Ausgleich zu diesem Eingriff (s. Archiv-Bericht auf WorringenPur). Die Fläche liegt links und rechts vom Werthweg, direkt am Deich. Der Pflege- und Entwicklungsplan des Grünfächenamtes sah vor, dass hier wieder Weiden und auch Kopfweiden neben Schwarzpappeln das Bild des Niederrheins widerspiegeln. Die Flutrinnen wurden vertieft. Röhricht, Schilf und andere Wasserpflanzen wurden wieder eingesetzt. In den Teichen nördlich des Worringer Hafens steht seitdem wieder öfters Wasser. Die Wiesen säte man mit speziellem naturnahen Wildpflanzen-Saatgut ein. Die Flächen sind so dimensioniert, dass sie besonders für Wiesenvogelgemeinschaften wertvolle Brutbiotope darstellen können. Die Weiden werden mit den Jahren brüchig und bilden nach 30-40 Jahren auch Hohlräume, in denen Vögel und anderes Kleingetier Wohnung und Nahrung finden, bis sie später ganz auseinanderfallen.


Nach einer verlorenen Klage wurde das 4. Becken im Godorfer Hafen  nie gebaut. Die HGK verzichtete danach auch auf die Pflege der Ausgleichsmaßnahme. Die Glatthaferwiesen wurden regelmäßig zu verschiedenen Zeiten, von hiesigen Landwirten für Heu gemäht, aber die Silberweiden, die für Kopfweiden vorgesehen waren, wuchsen unbeschnitten weiter. Vor 70 Jahren standen noch viele Kopfweiden direkt am Rheinufer. Es gab in Worringen einige Weidenkorbmacher. Nachdem dieses Handwerk ausgestorben war, pflegte auch keiner mehr die alten Kopfweiden. An diese Zeiten sollten die

neuen Kopfweiden wieder erinnern.

Es gibt männliche und weibliche Bäume. Nur an den männlichen Trieben wachsen die sogenannten Weidenkätzchen. Ohne einen regelmäßigen Schnitt wachsen den Weiden eine natürliche Baumkrone. Nun wurden zum ersten Mal Pflegemaßnahmen durchgeführt. Die Aufgabe übernahm jetzt die Rheinenergie. Als erstes wurden die Baum- und Strauchinseln kräftig ausgedünnt  und danach wurden acht Weiden zu Kopfbäumen zurückgeschnitten. An den Köpfen müssen sich jetzt die neuen Ruten noch ausbilden. Mal sehen, ob das nach den vielen Jahren noch klappt. In drei bis fünf Jahren sollten sie dann wieder geschnitten werden. Schöne Kopfweiden stehen heute noch am Rhein in Merkenich und Zons, die auch regelmäßig beschnitten werden.


WorringenPur.de/23.02.2026
Bericht & Fotos: Naturschutzwart Herbert Jansen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski