Info-Veranstaltung „Generalinstandsetzung Neusser Landstraße (B9)“
800 m Straßensanierung zwischen Einmündung „Kurzer Damm“ & Hausnr. 439

Worringen
Etwa 80 interessierte Bürger (ein Großteil von den Umständen der Sanierung selbst betroffen) und der für den Kölner Norden zuständige Stadtrat Mattis Dieterich nahmen an der Infoveranstaltung im Vereinshaus teil,

zu der Mert Kuyumcu als zuständiger Bauleiter (Amt für Straßen und Radwegebau der Stadt Köln), Nils Richter und Herr Kühn von der ausführenden Firma Porr Verkehrswegebau GmbH (Niederlassung Düren) eingeladen hatten. Ein beauftragter Moderator koordinierte die Wortmeldungen zur Veranstaltung.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der anwesenden Gesprächspartner stellte Herr Kuyumcu die aktuell abgeschlossenen Sanierungsarbeiten im Bauabschnitt 1A und 1B anhand einer PowerPoint-Präsentation vor und erklärte warum sich die Bauzeit so sehr verlängert habe. Auch der zukünftig vorgesehene Ablauf für Bauabschnitt 2 (C-B-A) wurde vorgestellt:

BA 1A beendet – BA 1B Vollendung im Juli
Der Bauabschnitt 1A ist bereits abgeschlossen. Folgende Arbeiten wurden außerdem im Baustellenbereich 1B (Tankstelle bis Dornstr.) größtenteils abgeschlossen bzw. stehen kurz vor Abschluss:

  • Ein 6,50 m breiter Geh- und Radweg (in Höhe Gaststätte farblich getrennt gekennzeichnet)
  • Pflasterarbeiten
  • Neues Geländer
  • Abtragen diverser Straßendecken
  • Entfernen und Abtransport von 1.000 Tonnen bedenklichen PAK/PHK-haltigen Materialien, die im Gehwegbereich von der Tankstelle bis Dornstraße gefunden wurden.
  • Auftragen von „Flüsterasphalt“
  • Erneuerung der Wasserleitungen und Hausanschlüsse

Bis zum Abschluss von BA 1B bleibt die Kreuzung Dornstraße weiterhin befahrbar!

Aufgrund zusätzlicher Leistungen bzw. Umstände muss die Bauzeit angepasst werden – das Bauende für den BA 1B verschiebt sich daher auf Juli.

Erst dann beginnt Bauabschnitt 2 (BA 2). Gründe für die verlängerte Bauzeit wurden wie folgt angeführt:

  • Schlechtes Wetter
  • Wasserleitung und Hausanschlüsse der RheinEnergie
  • Arbeiten der Telekom
  • Erweiterung des Baufeldes durch Pflasterarbeiten
  • Abbruch von Lichtschächten, die vorher nicht bekannt waren

Zum Thema RheinEnergie führte Herr Kuyumcu weiter aus, dass zur zukünftigen Prozess-Optimierung die Arbeiten der Stadt Köln und der RheinEnergie getrennt werden. Die RheinEnergie wird ihre Arbeiten vor der Stadt Köln beginnen und die Wasserleitung im zweiten Bauabschnitt in Eigenregie vorab installieren, sodass es nicht mehr zu Überschneidungen mit den städtischen Arbeiten bzw. Wartezeiten kommen kann.

Vollsperrung für BA 2 – Start im Juli
Bauabschnitt 2 (BA 2) ist in drei Abschnitte aufgeteilt und dauert voraussichtlich insgesamt acht Monate. Er beginnt nach Fertigstellung von BA 1B,

voraussichtlich im Juli in der Reihenfolge 2C-2B-2A ab Dornstr. bis Stadtgrenze Dormagen. Begonnen wird mit BA 2C von der Dornstraße bis zur Zufahrt des Penny-Marktes. Danach folgt BA 2B zwischen Penny-Einfahrt bis Aldi-Einfahrt, am Schluss BA 2A vom Aldi bis Stadtgrenze Dormagen.

Für den Zeitraum der Abschnitt-2-Sanierung erfolgt eine Vollsperrung für den Durchgangsverkehr, die Kreuzung Dornstraße bleibt jedoch befahrbar. Der Verkehr aus Süden kommend wird über Fühlingen Kreisverkehr Richtung Blumenbergsweg und Roggendorf/Thenhoven Richtung Bruchstr. großräumig auf die Autobahnen geleitet. Für Pkws aus Dormagen werden voraussichtlich großräumige Umleitungen über die L380 und K12 ausgeschildert. Vor allem der überregionale Schwerlastverkehr (insbesondere Richtung Industriepark) soll weiträumig über die A57 ausweichen.

Die Vollsperrung wurde -trotz möglichem Industrie-Störfall- von INEOS und der Feuerwehr abgesegnet.

Anwohner des BA 2 können auf dem Penny-Parkplatz (Neusser Landstraße 364–366) mit einem Ausweis parken. Anwohner der Neusser Landstraße, die unmittelbar betroffen sind, können bei der Stadt Köln Parkausweise anfordern. Damit ist das Parken im gekennzeichneten Bereich zwischen 20 und 8 Uhr möglich. Bitte melden Sie sich hierfür per Email bei: Neusser-Landstrasse@stadt-koeln.de .

Die Arbeiten im gesamten zweiten Bauabschnitt werden bis ins Jahr 2027 andauern, man habe aber schon Bodenproben genommen und wisse jetzt schon, was auf einen zukommt.


Nach der Präsentation des geplanten 2. Bauabschnitts stellte sich Herr Kuyumcu den kritischen Fragen der anwesenden Worringer:

Schlechte Kommunikation und zu frühe Terminlegung
Bemängelt wurde neben der frühen Terminierung für die Infoveranstaltung (Um 16.30 Uhr sind die meisten noch nicht von der Arbeit zurück) auch die nicht stattgefundene Verbreitung des Termins für alle Worringer und nicht nur für direkte Anwohner. Außerdem wurden schriftlich verschickte Fragen nicht beantwortet.

Kritik an Vollsperrung
Anwohner kritisierten die geplante Vollsperrung zwischen Dornstr. und Stadtgrenze Dormagen und wiesen auf die für Worringer wichtige Möglichkeit einer einseitig befahrbaren Spur Richtung Dormagen hin. Antwort: Muss geprüft werden, ist aber eher nicht möglich.

Umleitung auch für direkt betroffene Anwohner Pflicht
Direkt betroffene Anwohner, die im Bauabschnitt 2A (BA 2a) wohnen, bemängeln, dass sie während der Vollsperrung nicht mehr von Süden ihr Grundstück hinter dem Aldi anfahren können, sondern die komplette Umleitung Richtung Dormagen über A57 anfahren sollen. Die Frage, ob für diese Anwohner nicht eine einspurige Direkt-Anfahrt -oder zumindest bei Bedarf auf Anfrage- möglich sei, wurde von Herrn Richter (ausführende Fa.) rigoros verneint.

A57, K18 oder Parallelweg?
Bezugnehmend auf die großräumigen Umleitungen auf die A57 wiesen einige Anwohner darauf hin, dass man ja auch Richtung Dormagen oder von dort kommend über die K18 (Straberger Weg Richtung Rewe Hackenbroich) oder über den Parallelweg (Industriestraße Ineos) fahren könne.

Sperrung des Parallelwegs
Hier wies Herr Kuyumcu aber ausdrücklich darauf hin, dass die Umleitungen über die A57 erfolgen sollen und außerdem die Ineos bereits kommuniziert habe, dass sie die Industriestraße (Parallelweg) für den Umleitungsverkehr nicht freigeben wird.
Wegen des schon jetzt vorhandenen Rückstau-Verkehrs baten die Anwohner daher darum eine Ampel am Kreisverkehr Richtung K18 aufzustellen. Die Bauleitung will dies weiterleiten.


Verkehrsstau wegen sich überschneidender Bauprojekte
Bemängelt wurde, dass die Umleitung von Dormagen über die K12 und L380 (Straberger Weg Richtung Rewe) kritisch sei, angesichts zweier Großbauprojekte, die in Dormagen mit zahlreichen LKW-Fahrten bereits gestartet seien (z. B. Rheinwassertransportleitung vom Rhein ins Braunkohlerevier).

Keine Kostenübernahme wegen fehlender Lademöglichkeiten
Anwohner bemängelten, dass sie während der bisherigen Bauphase seit Oktober 2025 ihre angemietete Garage mit Wallbox zum Laden von E-Autos nicht anfahren können. Ob die Stadt die anfallenden Kosten übernimmt (Antwort: nein).
Andererseits können Anwohner ihre E-Autos auf dem Pennymarkt nicht parken, weil dort keine E-Ladestationen sind.

Zusagen nicht eingehalten
Ein Anwohner bemängelte, dass Zusagen nicht eingehalten werden, der Zufahrt für Anwohner und Kunden für Gewerbetreibende Priorität einzuräumen. Warum wurde nicht erst die Straße fertiggestellt, statt zuerst Pflasterarbeiten durchzuführen? Antwort: Für die Lkws musste die Straße so lang wie möglich befahrbar bleiben.


Ordnungsamt kontrolliert nicht oder zu selten
Frage: Warum kontrolliert das Ordnungsamt so selten? Die Umleitung außerhalb von Worringen wird oft nicht eingehalten, Lkws stecken in den Straßen fest. Einbahnstraßenschilder werden verschoben etc. Antwort: Dafür sind wir nicht zuständig und ein grundsätzliches LKw-Verbot für Worringen ist nicht möglich.

LKWs ignorieren Umleitungen – Google Maps leitet falsch
Bemängelt wurde, dass Google-Maps Pkws und Lkws die Route mitten durch Worringen anzeigt, obwohl großräumige Umleitungen ausgeschildert sind, sodass sich immer wieder LKWs im Ort fest fahren. Antwort der Bauleitung: Auf Google-Maps haben wir keinen Einfluss.

Zu wenig Bauarbeiter vor Ort?

Den Vorwurf mehrerer Anwohner, dass immer nur 2-3 Arbeiter an der B9 zu sehen sind, wollte die ausführende Baufirma nicht bestätigen, sondern verwies darauf, dass immer 5 Arbeiter plus Pflasterkolonne beschäftigt sind und mehr sei durch begrenzte Kapazitäten auch nicht möglich.

Straßenbreite zu eng?
Gefragt wurde auch, wer die Breite der Straße, des Rad- und Fußgängerwegs geplant und abgesegnet habe. Denn wenn Anwohner später ihre Pkws auf der B9 parken, würde der KVB-Bus nicht neben einem Lkw vorbei passen. Antwort: Wir sind nicht für die Planung, sondern nur für den Ausbau zuständig!

Baufirma übernimmt Kosten für Beschädigungen

Wer übernimmt Verschmutzungen an Haustüren, Wände, Fenster, die z. B. durch Pflasterarbeiten (Abspritzen von Schlamm) entstanden sind? Antwort: Verschmutzungen oder Schäden müssen von der Baufirma entfernt oder ersetzt werden.

50er-Zone mit Zebrastreifen?
Ein fachkundiger Anwohner bemängelte die kostenintensive Aufbringung des „Flüsterasphalts“, der laut einer Studie erst ab 80 km/h seine Wirkung zeigen würde. Da aber die B9 nach Sanierung -nach den Stadtplänen- nur mit max. 50 km/h befahren werden soll, wäre der Flüsterasphalt rausgeschmissenes Geld.
Hierbei gab es eine zusätzliche Wortmeldung eines Vertreters des Bürgervereins, der darauf verwies, dass der Bürgerverein sich auf der B9 nur 30 km/h wünsche (Anmerk. der Red.: was sicher auch Wunsch der direkten Anwohner der B9 sein wird). Sollten die 30 km/h tatsächlich berücksichtigt werden, wird der von vielen gewünschte Zebrastreifen in dieser 30er Straßen-Zone mit Sicherheit nicht aufgetragen, so Bauleiter Kuyumcu. Eine weitere Anwohnerin meldete sich zu Wort, dass die vom Bürgerverein geforderten 30 km/h nicht zwangsläufig die Meinung der meisten Worringer sei.

Stadtrat Dieterich kündigt Akteneinsicht an
Abschließend nahm Stadtrat Mattis Dieterich zu den Ausführungen der Bauleitung Stellung. Ihm fehlt eine Entschuldigung für die bisherige massive Verspätung der Baumaßnahmen auf 800 m Länge. Dass am Lievergesberg kein Zebrastreifen angelegt wurde und die Geschwindigkeits-Messtafeln vor Abschluss der Baumaßnahmen wieder entfernt wurden, weil die Tafeln nur für die zuvor und letztlich falsch geplante Bauzeit gemietet waren, sei unbegreiflich. Die Ignoranz und die massiv verschobene Bauzeit lassen Zweifel daran aufkommen, dass das Zeitfenster für den 2. Bauabschnitt eingehalten wird. „Wir werden Akteneinsicht nehmen, um das nachvollziehen zu können!“, so Dieterich verärgert.

Haben Sie Fragen zur Baumaßnahme? Dann wenden Sie sich bitte an Ihren Ansprechpartner:

Stadt Köln: Amt für Straßen- und Radwegebau
Bauleitung: Herr Mert Kuyumcu
E-Mail:
Neusser-Landstrasse@stadt-koeln.de
Telefon: 0221 221-34674

Ausführende Firma Porr Verkehrswegebau GmbH:
Bauleitung: Herr Nils Richter und Herr Jakpou
E-Mail:
dueren.verkehrswegebau@porr.de
Telefon: 02421 407 770

Bauüberwachung
ISAPLAN Ingenieur GmbH
Fabian Kruth
E-Mail:
info@isaplan.net
Telefon: 02171 36 355-0




WorringenPur.de/01.06.2026
Bericht & Fotos: Heike Matschkowski
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski