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„Aus“ für das Neubaugebiet am Senfweg! „Deutsche Reihenhaus“ zieht sich vom Projekt zurück! Und wie geht es weiter?
Worringen Im Frühjahr 2026 berichtete WorringenPur (s. Archivbericht) über das geplante Vorhaben „Wohnquartier Brombeergasse“ (tatsächlich am Senfweg), wo auf einer als Ackerland und in Teilen als Pferdeweide genutzten, etwa 4,5 Hektar großen Fläche etwa 183 Wohneinheiten und eine 4-gruppige Kindertagesstätte entstehen sollten. Schon 2020 war das Gebiet für ein Neubaugebiet thematisiert worden. Sechs Jahre später, am 9. Februar 2026, wurde das Projekt im Rahmen einer Infoveranstaltung von Bezirksbürgermeister Daniel Kastenholz und der „Deutschen Reihenhaus AG“ als
Vorhabenträger vorgestellt. Die Aktiengesellschaft (AG) hatte sich damals dazu bereit erklärt, das städtebauliche Projekt inklusive der Erschließung zu realisieren und die Planungskosten zu übernehmen. Trotz vielerlei Kritik, die an diesem Infotag aus den Reihen der Bürger:innen kam, sollte letztendlich das Projekt mit einigen der geforderten Änderungen weiter geplant werden.
Nun kam das überraschende Aus für das geplante Bauprojekt „Wohnquartier Brombeergasse“ nahe des Worringer Bruchs. Die Deutsche Reihenhaus AG hatte die Stadt am Montag, 14. September diesen Jahres darüber informiert, sich von dem Projekt (Reihenhäuser/Geschosswohnungsbau) zurückziehen zu wollen. Mattis Dieterich, der für den Kölner Norden im Stadtrat agiert, erfuhr davon am Freitag, 18. September.
Die Gründe Auf Anfrage von WorringenPur, warum die Deutsche Reihenhaus AG sich zurückgezogen habe, nannte Stadtrat Mattis Dieterich mehrere Gründe. So würde sich die „Deutsche Reihenhaus“ sich zum einen unternehmensweit neu ausrichten, zum anderen werde sie in Zukunft keine Projekte mehr realisieren, die ein überdurchschnittlich hohes Investitionsvolumen aufweisen. Hierzu zählen insbesondere Quartiersentwicklungen, die mit einer
verpflichtenden bzw. öffentlich-begleitenden Entwicklung von sozialen Bausteinen wie Kita und Schule einhergehen. Auf diese Bausteine möchte die Stadt aber nicht verzichten, weil es aktuell schon einen Mangel an Plätzen für Kinder in Worringen gäbe. Zudem würde eine aufwändige Entwässerung des Baugebiets unmittelbar angrenzend an den geplanten Retentionsraum Worringer Bruch sowie aktuelle Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt eine wirtschaftliche Projektumsetzung erschweren.
Mit der Absage der „Deutschen Reihenhaus“ für das Wohnquartier Brombeergasse“ wurde daher auch das laufende Bebauungsplanverfahren der Stadt Köln eingestellt. Für diese Fläche bedeutet das, dass auf „absehbare Zeit“ dort nicht gebaut wird. Denn es müsste ein neuer Vorhabenträger gefunden werden, der ein annehmbares Konzept ausarbeitet und die Stadt müsste ein neues Bauleitplanverfahren eröffnen. Das allein hat für dieses Projekt bis Februar 2026 schon mehr als 6 Jahre gebraucht, ohne dass gebaut wurde.
Eine neue Entwicklung für Wohnungsbau am Senfweg, so sie denn von der Stadt erneut anvisiert würde, dürfte mit Blick auf die Vergangenheit und realistisch gesehen bestimmt 10 Jahre dauern, so Stadtrat Mattis Dieterich. Dieterich vermutet aber, dass sich die Stadt in den nächsten Jahren erstmal auf andere Gebiete fokussieren wird, wo bereits Bauleitplanverfahren laufen oder wo es schon einen Vorhabenträger gibt, um schnellstmöglich neuen Wohnraum zu schaffen. „Ich weiß, dass sich über die Nichtbebauung viele Menschen in Worringen freuen und für diese freue ich mich mit. Gleichzeitig ist es aber meine Verantwortung als Ratsmitglied den Wohnungsbau weiterhin zu unterstützen, denn die Preise steigen weiter und selbst Menschen mit mittleren Einkommen können sich das Leben in unserer Stadt immer schwerer leisten.“, so Dieterich.
Von welchen Bedingungen ist es abhängig, dass doch irgendwann dort gebaut wird? Das Ganze sei abhängig davon, ob die Stadt genug Personal habe, um dort ein neues Bauleitplanverfahren zu beginnen, weil eben auch viele andere Gebiete von der Stadt gerade geplant werden. Da gäbe es z. B. Kreuzfeld, das schon Kapazitäten der Stadt in Anspruch nimmt und ganz viele andere Großprojekte wie, Parkstadt Süd, Deutzer Hafen und Rondorf Nord-West und sowie andere kleinere Bauprojekte. Das Ziel sei möglichst schnell viele Wohnungen zu bauen, weil viele Menschen sich nicht mehr die Wohnungen leisten können und dementsprechend werden erst diese Gebiete verfolgt, anstatt jetzt wieder Neues anzufangen, wo man vielleicht auch in den nächsten Jahren nicht weiß, ob es überhaupt zum Bauabschluss komme. Daher ist sich Dieterich auch unsicher, ob die Stadt Köln nun selbst eine Firma als Vorhabenträger sucht, die zu den jetzigen Bedingungen am Senfweg bauen würde.
 Doch wo und wie soll stattdessen gebaut werden? Dieterichs Schwerpunkt liegt aktuell stärker auf bereits bebauten und gut erschlossenen Standorten, insbesondere in der Innenstadt. Vorhandene Flächen sollten dort besser genutzt und, wenn geeignet, auch stärker in die Höhe gebaut werden. Gleichzeitig müsse in den nächsten Jahren weitere Wohngebiete in den äußeren Veedeln entwickelt werden, das allerdings nur mit vernünftiger Infrastruktur.
Ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, bliebe nach wie vor eine Herausforderung, so Stadtrat Mattis Dieterich.
WorringenPur.de/26.09.2026 Bericht/Archivfotos: Heike Matschkowski Foto Mattis Dieterich: privat
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