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Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen Köln-Nord in der Bezirksvertretung Chorweiler
zum Bau des neuen REWE-Lagers im Gewerbegebiet Langel/ Fühlingen:

Köln-Nord
Wir GRÜNEN KÖLN-NORD betrachten die Errichtung des  neuen REWE-Zentrallagers  im Kölner Norden mit großer Skepsis, da wir  weitere Beeinträchtigungen der Umwelt und für die Bevölkerung befürchten. Deshalb haben wir in interfraktionellen Gesprächen mit der REWE-Geschäftsleitung und auf der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler unsere Bedenken und Forderungen formuliert.

Grundsätzlich halten wir den großen Flächenverbrauch, der beim Bau des Zentrallagers und der 75 zusätzlichen LKW-Stellplätze und der insgesamt 510 PKW-Stellplätze zu beklagen sein wird, angesichts der schrumpfenden Gesamtbevölkerung für nicht angemessen.  Auch die Zunahme des wohnortnahen Verkehrs, insbesondere des LKW-Verkehrs betrachten wir als ökologisch wenig sinnvoll, abgesehen von der zunehmenden Gefährdung der Bevölkerung.

Aus Sicht der GRÜNEN KÖLN-NORD wäre bereits bei der Ansiedlung des ersten Warenlagers der REWE ein verkehrsgünstig optimaler Standort auf altindustriellen Flächen wie dem ehemaligen Essogelände vorzuziehen gewesen. So hätte der Verlust wertvoller Frei- bzw. Ackerlandflächen vermieden werden können.

Eine  weitere Konsequenz früherer Fehlentscheidungen ist nun der notwendige zeitnahe Bau der Umgehungsstraße Fühlingen im Bereich des Gewerbegebiets. Leider können wir GRÜNEN eine weitere Bebauung  nicht verhindern, da das entsprechende Gebiet gegen den politischen Widerstand der GRÜNEN bereits  vor einigen Ratsperioden  als Gewerbegebiet ausgewiesen worden ist. Jetzt kann es nur noch darum gehen, den entstehenden Schaden soweit wie möglich zu begrenzen, d. h. die größtmögliche Umweltverträglichkeit zu erreichen.

Wichtig ist uns auch, dass bei dem gesamten Vorgang die Bevölkerung in die jeweils aktuelle Planung mit einbezogen wird, um Anregungen und berechtigte Wünsche der Bevölkerung  frühzeitig aufgreifen zu können und so eine gewisse Akzeptanz überhaupt erst zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang fordern wir u. a.,

  • dass in der Umweltverträglichkeitsprüfung eine mögliche Beeinträchtigung des Mikroklimas besonders geprüft werden soll
  • dass die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen zeit- und ortsnah erfolgen, sich an den natürlichen Landschaftsformen orientieren und die Anpflanzung einheimischer, standortgerechter Bäume und Sträucher beinhalten sollen
  • dass das REWE-Lagergebäude die vorgesehene Höhe von 17,5 m nicht überschreiten und entweder eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach oder eine Dachbegrünung erhalten soll
  • dass aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen wie Lärmschutzwände, „Flüsterasphalt“ auf den Fahrbahndecken der Zulieferwege und der zukünftigen Umgehungsstraße, Kontrollen der Lärmschutzauflagen umgesetzt werden
  • dass keine weiteren lärmintensiven Betriebe angesiedelt werden
  • dass die Lichtemissionen über die bestehenden Richtlinien hinaus gemindert werden
  • dass die Verkehrssicherheit auf dem Mohlenweg und dem Fuß-Radweg entlang des Hitdorfer Fährwegs über den Mennweg bis zum späteren Kreisverkehr B9/ Mennweg/ Blumenbergsweg während und nach der Bauzeit gewährleistet ist.

Die REWE hat bereits zugesagt, einige dieser Forderungen wie die Höhenbegrenzung des Gebäudes, die Fotovoltaikanlage, die zeitnahen Ausgleichspflanzungen mit einheimischen Gehölzen sowie die Einhaltung von Lärmschutzwerten  umzusetzen. Auch der Bau einer Brücke über den Mohlenweg, um den Fuß-Radverkehr vor den LKWs zu schützen, scheint sinnvoll zu sein, da zwischen dem alten und dem neuen Lager ständiger LKW-Verkehr vorgesehen ist.

Als  besonders wichtiger Vorteil des neuen REWE-Zentrallagers wurde die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen dargestellt. Jetzt gilt es darauf zu achten, dass alle diese Versprechungen auch Realität werden! Darüber hinaus sollte sich REWE überlegen, ob als „Ausgleichsmaßnahme“ für die zu erwartenden Beeinträchtigungen die Nahversorgungssituation in Fühlingen und den angrenzenden Rheindörfern verbessert werden könnte.

WorringenPur.de/20.04.2009
Text: C. Wittsack-Junge