„Frau Nachbarin“ startet mit Jazz in den Herbst
„Karsten Vorwerk Trio“ begeisterte im Haus Schlösser
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Köln-Worringen
Jazz ist nicht Jedermanns Sache, aber mit dem „Karsten Vorwerk Trio“ haben die Damen von „Frau Nachbarin“ erneut ins Schwarze getroffen. Nach der Sommerpause boten Barbara Herrlich und Beate Rademacher wieder handgemachte Musik im „Haus Schlösser“ an und mit 34 Zuschauern waren -trotz des Kirmesfreitag- nur noch wenige Sitzplätze frei. Das „Karsten Vorwerk Trio“, das bereits 2017 im „Haus Schlösser“ erfolgreich gastierte, spielt seit 2009 zusammen und hat sein Stammpublikum im Bereich Kölner Norden und Dormagen. Bereits 2010 wurde eine CD aufgenommen, die einen Teil des hervorragenden Repertoires des Trio`s enthält.

Mit Karsten Vorwerk am Piano, Reinhard Glöder am Kontrabass/Melodica und Piet von Poll am Schlagzeug sind hier drei Vollblutmusiker am Werk und das spürt das Publikum sobald die Musiker ihr Instrument bedienen. Karsten Vorwerk ist von Beruf Lehrer mit Musikstudium und leitet die Jazzband nebenberuflich erfolgreich, bestens unterstützt von Berufsmusiker Reinhard Glöder und Piet von Poll, der vor seiner Musikerlaufbahn als Übersetzer arbeitete. Großen Wert legt das Trio darauf, dass die Musik authentisch bleibt und beim Publikum auch so

rüber kommt. Das Repertoire wird deshalb ganz bewusst überschaubar gehalten, aber es wird hierbei großen Wert auf die Qualität gelegt. Mehrheitlich werden Stücke fremder Komponisten gespielt, aber auch eigene Werke sind im Programm enthalten.

Gelungen ist im Programm des Trio`s die Kombination zwischen den flotteren und den eher langsameren und besinnlichen Werken. Bei vielen Stücken dominiert das Schlagzeug, wie gleich zu Beginn bei „Birks works“, einem sehr schönen Stück der Jazzgröße Dizzy Gillespie, das beim Publikum bestens ankam. Auch die eher spanische Nummer „Spain“, bei der das Tambourine die Kastanietten ersetzte, zählte zu den schnellen und sehr rhythmischen Stücken unter der Dominanz von Piano und Schlagzeug. Mit „There is no greater Love“ und This here“,  wurden sehr schöne schnelle Stücke gespielt, die Finger und Füße der Zuschauer zum „wibbeln“ brachten. Bei dem Stück „Snap crackle“ zeigte Schlazeuger Piet von Poll was in seinen Sticks so steckt und löste großen Applaus aus. Aber auch die langsameren Werke wie „Peacocks“ oder „Recor dame“ fügten sich gut in das Programm und der erneute Applaus der Anwesenden bewies, dass auch hier die richtige Auswahl getroffen wurde.

Bassist Reinhard Glöder dominierte bei den Stücken „Baffo“, eine Eigenkomposition, und „Live is a ball“, die wieder zum Repertoire der schnelleren Stücke zählten. Klassisch wurde es bei „Solfeggio“, einem Werk von Karl-Phillip-Emanuel Bach in C-Moll, und trotz des Einsatzes des Schlagzeuges war die klassische Komponente unverkennbar. Die John Louis Komposition „Django“ wurde dem unvergessenen

französischen Musiker Django Reinhardt (1910 – 1953) gewidmet, ein perfekter Gitarrist, Komponist und Bandleader, der als Begründer, bzw. als Vorreiter des europäischen Jazz gilt. Das flotte und sehr  rhythmische Werk kam beim Publikum sehr gut an.

Mit einer Hommage an Worringen, der Komposition „Don`t Worringen“ endete das rund zweistündige Programm mit einem Werk, das nach einem Piano-Intro von Schlagzeug und Piano dominiert wurde, unterbrochen von einem perfekten Solo des Bassisten Reinhard Glöder.
Selbstverständlich gingen die Musiker nicht ohne Zugabe nach Hause, nach der es einen ehrlichen und verdienten Applaus der anwesenden Jazzfans gab.

Das Karsten Vorwerk Trio hat bewiesen, dass es in der Lage ist, die „handgemachte Musik“ rüber zu bringen und das Publikum zu begeistern. Auch die umgängliche und lockere Art der drei Musiker kam beim Publikum sehr gut an und so ging nach der letzten Zugabe ein kurzweiliger Abend zu Ende.

Weiter geht es im Programm mit Frau Nachbarin im „Haus Schlösser“ am 12.Oktober mit dem Akustik-Duo „Liz und Taylor“. Die Karten sind im Vorverkauf für 10,- € erhältlich (Abendkasse: 12,- €.).


WorringenPur.de/21.09.2018
Bericht und Fotos: Jakob Mildenberg
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski