Planfeststellungsverfahren Retentionsraum Worringer Bruch
Achtung! Skeptiker der Großpolder-Variante: 2. Offenlage der Planung

Scheinbar will die Bezirksregierung Köln noch vor den Sommerferien 2018 die überarbeiteten Planfeststellungsunterlagen zum Überflutungsraum veröffentlichen. Der genaue Termin stand bei Redaktionsschluss dieser WONA- Ausgabe noch nicht fest. Vermutlich könnte es aber der 21. Juni werden. Wie bereits bei der ersten Offenlage 2016, geraten so Betroffene und Gegner der „Großen Lösung“ erneut kurz vor der Urlaubszeit möglicherweise unter erheblichen Zeitdruck, wenn sie Einsprüche formulieren wollen.

Die Auslegung der in sieben Aktenordnern gebündelten umfangreichen Gutachten und Karten wird zwar auch im Steb- Informationsbüro in Worringen erfolgen. Widersprüche können aber nur bei der Bezirksregierung Köln oder der Stadt Köln schriftlich oder zu Protokoll eingelegt werden. Auf der Internet- Seite der Bezirksregierung Köln sollten die 612 MB Planänderungen ebenfalls zu finden sein. Die jeweiligen Fristen werden wohl wieder nur im Amtsblatt der Stadt Köln (Internet) angekündigt und nicht per amtlicher Bekanntmachung in der Tagespresse! Es ist zu erwarten, dass die Einsichtsdauer vier Wochen beträgt und danach noch weitere zwei Wochen für Reaktionen verbleiben. Die Ablauffrist läge folglich mitten in den Sommerferien.

Die erste Offenlage 2016 erbrachte mit 122 eine derart hohe Zahl von Einwendungen, dass die Ursprungsplanung zwei Jahre lang überarbeitet werden musste. Im zweiten Anlauf der Genehmigungsplanung werden jedoch die Hauptbedenken des Bürgervereins nicht berücksichtigt. Die von uns 2012 vorgelegte Alternativlösung eines verkleinerten Flutungsraumes nur östlich der B9 wird immer noch nicht akzeptiert.
Somit müssen wir voraussichtlich den Rechtsweg beschreiten, um zu verhindern, dass die B9 bei einer Überflutung (3,50 m – 4,50 m hoch) und Monate danach z. B. auch als Fluchtweg nicht zur Verfügung steht sowie das Worringer Bruch (6 m – 8 m hoch) eingestaut wird. Das Naturschutzgebiet wäre somit für etwa 30 – 50 Jahre zerstört. Hierdurch würde Europäisches Recht gebrochen.

Jeder einzelne Bürger, der sich durch die inzwischen von 55 Mio. auf 145 Mio. Euro verteuerte Planung betroffen sieht, sollte daher seine Einsprüche machen. Wer dies allerdings 2016 schon erledigt hat und in den überarbeiteten Unterlagen keine neuen Beeinträchtigungen findet, muss zunächst nichts unternehmen. Denn sämtliche alten und neuen Eingaben führen später zur Einladung zu einem Erörterungstermin, voraussichtlich um die Jahreswende 2018/19. Obwohl die Planer unbedingt an der Großpolder- Lösung festhalten wollen, könnte man gelegentlich durchaus Zweifel haben, ob sie noch alle an die Durchsetzbarkeit dieser Variante glauben.

Im Kölner Stadt-Anzeiger vom 1. März 2018 wurde der neue StEB-Projektleiter Christoph Droßel sinngemäß mit den Worten zitiert: „Die weiteren Verfahrensschritte, von Bürgerbeteiligung über Erlangung des Baurechts bis zum Beginn der Arbeiten werden allerdings noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Der früheste Termin für die Fertigstellung sei - bei Annahme des günstigsten Verlaufs - das Jahr 2029.“ Der kleinere Retentionsraum gemäß dem Vorschlag des Bürgervereins könnte vielleicht sogar schon im Bau sein, meint hingegen der Bürgervereinsvorstand.

Hinweis der Redaktionen WoNa (Zeitung des Worringer Bürgervereins) und WorringenPur:
Zum Redaktionsschluss der WoNa (Worringer Nachrichten) war dem Bürgerverein weder die Pressemitteilung der StEB (s. Bericht auf WorringenPur am 22.06.2018) noch der darin erwähnte, exakte Zeitraum der erneuten Offenlage
(21.06. – 20.07.2018) bekannt. Daher bezieht sich der nun veröffentlichte WoNa--Bericht im Allgemeinen auf eine erneute Offenlage und die weitere Vorgehensweise. Falls sich diesbezüglich kurzfristig weitere aktuelle Hinweise für betroffene Bürger ergeben sollten, werden diese ebenfalls rechtzeitig auf WorringenPur veröffentlicht.

Ansprechpartner bei Fragen:
Kaspar Dick (Worringer Bürgerverein), Tel.: 0221 – 782648
E-Mail: kaspar.dick@gmail.com


WorringenPur.de/29.06.2018
Bericht: Karl-Johann Rellecke, Bürgerverein Worringen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski