Pfarrgemeinde St. Pankratius in Köln-Worringen:
Eine-Welt-Gruppe empfängt Besuch aus Brasilien
Willkommene Hilfe bei vielen Brennpunkten
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Köln-Worringen/Blumenberg
Seit 27 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der “Eine-Welt-Gruppe” um Renate Reiter in Worringen und der Pfarre in Esperantina, eine der ärmsten Regionen im Nordosten von Brasilien. Zu Besuch in Worringen waren die beiden Pfarrer, die nacheinander in diesen Jahren die Pfarre dort geleitet haben und mit der finanziellen Unterstützung aus Worringen dort  viele Projekte für die Menschen verwirklicht haben, um ihre Lebenssituation zu verbessern.

Der Besuch hat die seit Jahren bestehende Freundschaft und Solidarität zwischen den Mitarbeiterinnen  des Café Esperantina im St. Tönnishaus  und den Menschen in Esperantina, vertreten durch die beiden Pfarrer, Padre Ladislau und Padre Carlos gestärkt und viele neue Inspirationen ermöglicht. Renate Reiter hatte mit Unterstützung einiger Mitarbeiterinnen der Eine-Welt-Gruppe ein Besuchsprogramm zusammen gestellt: Eine  Führung in der Kirche in Blumenberg mit Frau Frede, die es in unnachahmlicher Weise verstanden hat, einen Zugang zu dieser neuen Kirche zu finden und in ihren Ausführungen den Teilnehmern die Symbolik der Kirche verdeutlichen konnte.

Anschließend stand eine Führung mit  Herrn Pfarrer Dr. Klein in der in den 60er Jahren  von Gottfried Böhm auf dem Uni Klinik Gelände erbauten “Kirche St. Johannes der Täufer” auf dem Programm. Eindrucksvoll  schilderte  er danach die Aufgabenbereiche der Katholischen Klinikseelsorge und informierte über die Angebote für Kranke und Angehörige. 

Am Sonntag zelebrierte Pater Kuptz zusammen mit beiden Pfarrern aus Esperantina  den Sonntagsgottesdienst in St. Pankratius. In seiner Predigt berichtete Padre Ladislau unter anderem über die Lebensbedingungen der Menschen in Brasilien, sprach über die Wichtigkeit der zwischenmenschlichen Begegnungen   und betonte die Verbundenheit im Glauben und die Solidarität über kulturelle Grenzen hinweg.

Bei einem gemeinsamen Frühstück im St. Tönnishaus mit Mitarbeiterinnen  und Kuchenbäckerinnen des Cafés Esperantina wurden persönliche Kontakte gepflegt und Erinnerungen über die Anfänge der Partnerschaft ausgetauscht.

Die Frauen der ersten Stunde, Renate Reiter, Maria Mies, Hildegard Ertel  erinnerten an die Anfänge des Cafés, das sie unter der Leitung von Karin Diefenbach mit aufgebaut haben. Padre Ladislau und Padre Carlos  berichteten dann ausführlich  über ihre seelsorgliche Arbeit und die von ihnen angestoßenen Projekte in  ihrer  Pfarrgemeinde. Beide betonten im Gespräch, dass sie in der  Zusammenarbeit im Cafè Esperantina einen neuen Weg sehen, Kirche zu  sein in der man sich kennt und Gemeinschaft erlebt und sich für den anderen interessiert.
Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung aus dem Cafébetrieb in Worringen ist es ihnen möglich, in Esperantina einen Kindergarten zu unterhalten, in dem 25 Kinder  betreut werden.

Im Kinder- und Jugendprojekt bekommen  die Kinder vor oder nach der Schule (in Esperantina besuchen einige Kinder morgens, andere nachmittags den Unterricht) ein warmes Mittagessen und können an den verschiedensten Freizeitangeboten teilnehmen. Angebote im Bereich der Katechese  und ein Kinderchor ergänzen die Auswahl. Für die  teilnehmenden Kinder ist das die einzige Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben und Zugang zur Musik zu finden. Sie berichteten, wie stolz die Kinder besonders auf den Chor sind und das Gemeindeleben durch ihren Gesang in Kirche und bei Feiern bereichern.
Daneben bieten sie in  einem Stadtteil, einem  sog. Brennpunkt, auf pfarreigenem Gelände eine offene Jugendarbeit an, um die Kinder von der Straße zu holen,  und ihnen eine Perspektive ohne Drogen, Alkohol und Prostitution   für ihre Zukunft zu ermöglichen. Neben Freizeitangeboten werden besonders großen Wert auf die Berufsvorbereitung, sportliche Aktivitäten und die Aufklärung über gesunde Ernährung gelegt.

In einem Frauenprojekt fertigen  Mädchen und Frauen die verschiedensten Handarbeiten und Ringe  für den  Verkauf an und sind so in der Lage, einen Beitrag zum Lebensunterhalt ihrer Familie zu leisten. Auf einem pfarreigenen Gelände haben 18 Familien  die Möglichkeit, Gemüse und Kräuter anzupflanzen für den eigenen Bedarf bzw. zum Verkauf und können so ein kleines Einkommen erwirtschaften. Gemeinsam sorgen sie für die Bewirtschaftung und Bewässerung des Geländes. 

Ein weiterer Höhepunkt  des  Aufenthaltes von Padre Ladislau und Padre Carlos war die Teilnahme an der Conzelebration der Messe mit Kardinal Meisner im Kölner Dom am Hochfest Maria Empfängnis, die durch die Vermittlung von Herrn Ulrich Eßer zustande kam, der als Seminarist zur Zeit in der Pfarre in Worringen tätig ist.

Wenn Sie die Projekte in unserer Partnergemeinde unterstützen wollen, laden wir Sie herzlich ein,
unser Café  im St. Tönnishaus, St. Tönnisstr. 37 in Köln-Worringen  zu besuchen.

Jeweils montags – donnerstags  von 15.00 – 17.30 Uhr
bekommen Sie frisch gebackenen Kuchen und können fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Honig, Schokoladen u. v. m. erwerben.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

WorringenPur.de/15.12.2008 (hm)
Bericht: Christine Kunkemöller
Copyright Fotos/mit freundl. Genehmig. von:
Anne und Heinz Jung